UNSERE VORGEHENSWEISE

Der schlechte Zustand von agrarischen Böden ist mehreren Ursachen zuzuschreiben. Im Kern ist das Problem bereits entstanden, als wir Gewächse aus ihrem natürlichen Habitat holten und anfingen, sie in Monokulturen zu züchten. Diese Vorgehensweise sorgte für eine weitgehende Optimierung der Zuchtarbeiten, die auch für eine enorme Entwicklung der Landwirtschaftsmechanisierung gesorgt hat. Das Ergebnis war, dass die Produktivität enorm gestiegen ist und es sich gezeigt hat, dass wir in der Lage waren, immer mehr Münder zu stopfen. Die Vorgehensweise hat auch eine Kehrseite, mit der wir in den letzten Jahrzehnten immer nachdrücklicher konfrontiert werden. Weil wir Gewächse den unnatürlichen Bedingungen der “Monokultur” unterwerfen und die Biodiversität abnimmt, wird das Landwirtschaftssystem viel anfälliger für Stress, der häufig durch extreme Witterung entsteht. Da Gewächse spezifische Interaktionen im Boden stimulieren, führt überirdische Biodiversität (im Gewächs) zu einer Diversität im Bodenleben. Einseitiger Bewuchs sorgt für ein einseitiges Bodenleben, wodurch der Boden und die Gewächse weniger beständig sind gegen extreme Wetterbedingungen. Bei Stress können sich die Gewächse weniger gut gegen Krankheiten und Schädlinge schützen. Daher wurden sehr viele (chemische) Pflanzenschutzmittel entwickelt. Parallel zur Entwicklung dieser Art von Pflanzenschutz nutzte die Landwirtschaft die Möglichkeit, mit Kunstdünger die Produktivität noch weiter zu steigern. Dies hat leider auch die unerwünschte Nebenwirkung, dass Kunstdünger das bestehende Bodenleben Schritt für Schritt zerstört und damit die natürliche Mineralisierung stoppt.

FreeSoil stellt die Diversität an Mikroorganismen, durch die sich eine gemischte Kultur auszeichnet, in Monokulturen wieder her. Die Monokultur kann auf diese Weise die Vorteile eines gemischten Wuchses nutzen. Mit anderen Worten: FreeSoil implementiert die Forstkultur in einer Monokultur.

 

Die Einsicht, dass wir nicht viel länger auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen können, wird mittlerweile von vielen Landwirtschaftsexperten umarmt. Genau wie der Gedanke, dass wir bei den Lösungen das Wissen und die Technologie von heute mit der Kraft der Natur kombinieren müssen, die die Evolution hervorgebracht hat.

 

Warum FreeSoil im Weinbau?

 

FreeSoil ist eine Anbaumethode, die in der Zucht von biologischen Trauben in den Niederlanden entstanden ist. Aufgrund des Verbotes von Kupfersulfat, Kaliumsulfit und der begrenzten Zulassung von Schwefel führen nur einige der Weingüter in den Niederlanden ein biologisches Zertifikat. Die Basis für FreeSoil ist eines dieser Weingüter, Domein Aldenborgh in Eys. Hier wurde über die letzten 10 Jahre hinweg an einer stabilen Zuchtmethode ohne chemische Pflanzenschutzmittel und ohne den Einsatz von Kunstdünger gearbeitet. In den letzten Jahren ist es uns gelungen, dieses System immer weiter zu verbessern, weshalb wir überzeugt sind, Ihnen ein wettbewerbsfähiges Anbausystem anbieten zu können.

 

Der Anbau von Trauben wird im Allgemeinen in ein schlechtes Licht gerückt, insbesondere wegen des hohen Kupfersulfat-Gebrauchs. Die hohe Kupfersulfat-Belastung hat direkte Folgen für die Gesundheit des Bodens und birgt nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EBL) potenzielle Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier. Es sieht ganz so aus, als ob der Einsatz von Kupfersulfat schon in Kürze stark eingeschränkt oder vielleicht sogar vollständig verboten wird.

 

Im Allgemeinen werden die Richtlinien für Rückstände von Pestiziden in Nahrungsmitteln immer strenger. Durch die Entwicklung von intelligenter Software kann man heutzutage im Handumdrehen feststellen, welche Pestizidrückstände auf Gemüse und Obst vorhanden sind. Der landwirtschaftliche Sektor muss dies als eine Herausforderung sehen, auf kurze Sicht auf ungiftige, umweltfreundliche Anbausysteme überzugehen.